Caster Semenya zu Unrecht von Olympia ausgeschlossen ? – Autoren korrigieren ihre Studienergebnisse

26.08.2021

 

 

Laut einer Veröffentlichung im British Journal of Sports Medicine haben die Autor*innen Stéphane Bermon und Pierre Yves Garnier die Ergebnisse ihrer Studie, die zum Ausschluss von Athletinnen wie Caster Semenya geführt hatte, jetzt korrigiert.

Laut einem Bericht von queer.de  lässt sich demnach ein vormals unterstellter Zusammenhang von Testosteronwert und sportlicher Leistung nicht mehr belegen. In ihrer Studie von 2017 hatten die Autoren geglaubt, eben diesen kausalen Zusammenhang zwischen der Testosteronkonzentration im Blut der Athlet*innen und ihren sportlichen Leistungen nachweisen zu können. Auf Basis dieser (einzigen ) Studie führte der Leichtathletik-Weltverband (IAAF) 2018 eine umstrittene Testosteronobergrenze ein. Damit konnten fortan vor allem intergeschlechtliche Athlet*innen bei Überschreiten dieses Grenzwertes von allen Lauf-Wettbewerben zwischen 400 und 1600 Metern ausgeschlossen werden.

Caster Semenya, 800 Meter Olympiasiegerin von Rio und unmittelbar Betroffene, scheiterte mit ihrer Klage gegen diese Regelung sowohl vor dem Internationalen Sportgerichtshof (Cas) als auch vor dem Schweizer Bundesgericht. Das Cas befand in seiner Urteilsbegründung zwar, dass die Regelung durchaus „diskriminierend“ sei, aber aufgrund eben dieser nun zurückgezogenen Studie „notwendig“ sei.

Semenya konnte deshalb bei den olympischen Sommerspielen in Tokio ihren Titel im 800-Meter-Lauf nicht verteidigen, da sie sich im Vorfeld geweigert hatte Hormone einzunehmen, um ihren Testosteronwert zu senken.

Ebenfalls auf Basis dieser Regel wurden dann bei den Olympischen Spielen idie namibischen Läuferinnen Christine Mboma (Silbermedaillengewinnerin über 200 m) und Beatrice Masilingi kurzfristig von der Teilnahme am 400-Meter-Wettbewerb ausgeschlossen.

Im Klartext heißt das: die Athletinnen wurden damit vom IAAF zu Unrecht von den Wettkämpfen ausgeschlossen und ihnen die Chance auf olympische Medaillen geraubt.

Bleibt abschließend noch die spannende Frage: seit wann wusste die IAAF bereits von diesen neuen Ergebnissen und wurde die Veröffentlichung dieser Korrektur auf die Zeit nach Olympia verschoben?

Quelle: sport-branchenbuch.de

 


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