eSport: Das Aufkommen des digitalen Sports in Deutschland

15.04.2022

 

 

Videospiele dienen heutzutage nicht mehr nur zur reinen Unterhaltung, längst sind sie auch in den professionellen Bereich vorgedrungen: Beim eSport werden professionell organisierte Turniere in Videospielen abgehalten, um die besten Spieler an Konsole, PC und Mobilgerät zu finden. Der sportliche Wettkampf in Videospielen gewinnt bereits seit einigen Jahren weltweit an Bedeutung und ist auch in Deutschland längst angekommen. Die DDB-Gruppe hat sogar bereits eine Spezialagentur mit dem Namen „For The Win“ rund um den digitalen Sport und das Gaming allgemein gegründet. Und auch mit professionellen Ligen und organisierten Vereinen befindet sich der eSport im Aufschwung, sowohl auf nationaler als auch regionaler Ebene.

 

Der digitale Sport befindet sich im Höhenflug

eSports haben sich in den vergangenen Jahren zu einem weltweiten Massenphänomen entwickelt und verzeichnen Umsätze in Milliardenhöhe. Prognosen zufolge soll der weltweite eSport-Markt weiterhin massives Wachstum erleben und bis 2024 einen Umsatz in Höhe von über 1,6 Milliarden Dollar erreichen. Rund um den Globus schalten bereits fast eine halbe Milliarde Menschen bei den eSport-Begegnungen zu. In Deutschland soll fast jeder Fünfte mindestens ein eSport-Spiel geschaut haben.

Obwohl es oft so scheint, als wäre eSport ein neues Phänomen, gibt es Turniere in Videospielen tatsächlich bereits seit einigen Jahrzehnten. So reicht die Geschichte des eSports bis ins Jahr 1972 zurück, als die Intergalactic Spacewar! Olympics an der Stanford University abgehalten wurden. Es war das erste dokumentierte Videospielturnier der Geschichte. Damals ging es für die Teilnehmer noch um ein Abonnement des „Rolling Stone“-Magazins. Das ist heute kaum vorstellbar, denn bei einigen der größten eSport-Turniere geht es inzwischen um Millionenbeträge. Die Branche wird zunehmend professioneller und bringt zahlreiche organisierte Teams und Vereine, nationale und internationale Ligen sowie professionelle eSportler hervor, die mit Videospielen ihre Karriere bestreiten. Auch in bestimmten Regionen wie in Freiburg ist dieser Trend bereits erkennbar.

 

Organisiertes Spielen beim Freiburger eSports e.V.

Um dem eSport auch in der Region Freiburg zu mehr Bekanntheit zu verhelfen und Interessierten die Chance zu geben, sich selbst bei einem Turnier behaupten zu können, wurde im November 2018 der Freiburger eSports e.V. ins Leben gerufen. Der Verein bietet Spielern aus der ganzen Region die Möglichkeit, sich zu organisieren und bei Wettkämpfen anzutreten. Von Amateuren zu erfahrenen Gamern können sich alle begeisterten Spieler der Region beim Verein melden, um mitzumachen und ihr Können auf die Probe zu stellen. Im Freiburger eSports-Verein können sich Spielern dabei auf unterschiedliche Spiele spezialisieren. So spielen Teams des Clubs das Multiplayer-Online-Battle-Arena-Spiel League of Legends (LoL) und sind in der Prime League, der größten LoL-Liga im deutschsprachigen Raum, vertreten. Weitere Spiele, die Mitglieder hier trainiere können, sind unter anderem CS: GO, Rainbow Six: Siege, DotA 2 und FIFA. Um zu trainieren, steht den eSportlern das „Gamer Stüble“ bereit, das erste eSport-Bootcamp im Schwarzwald, das mit Trainingsräumen und Lounge-Bereichen den Bedürfnissen der Gamer entgegenkommt, um gemeinsam zu trainieren und sich auf Wettkämpfe vorzubereiten.

 

Der eSport erreicht den Fußball

Beim eSport handelt es sich damit bereits national und international um ein solch großes Phänomen, dass längst auch traditionelle Sportvereine das Potenzial erkannt haben und sich selbst im eSport engagieren. Im Zuge dessen wurde hierzulande durch die DFL und den Spieleentwickler EA Sports die Virtual Bundesliga Club Championship ins Leben gerufen. Vereine der Ersten und Zweiten Bundesliga können hier teilnehmen und ihre Kader an der Konsole im virtuellen Fußball in den Wettkampf um den deutschen Meistertitel im eFootball schicken.

26 Clubs sind bereits dabei und messen sich nun im Fußballsimulationsspiel FIFA an der Xbox und PlayStation. Während große Teams wie Schalke, RB Leipzig und Eintracht Frankfurt schon länger mit an Bord sind, hat sich der SC Freiburg bisher nicht für die Teilnahme an der virtuellen Liga entschieden. Dennoch hat auch der SC im vergangenen Jahr erste Fühler in Richtung eSport gestreckt und zum ersten Mal den Rasen mit der Konsole ersetzt. Im Rahmen der „Bundesliga Home Challenge“ schnürten sich SC-Abwehrspieler Nico Schlotterbeck und Torwart Mark Flekken die virtuellen Fußballschuhe und traten an der Konsole im Videospiel FIFA an. Ob dies zu einem Engagement des Vereins im eSport führen wird, ist jedoch bisher ungewiss.

Der eSport gewinnt enorm an Bedeutung und konnte sich weltweit bereits zum Milliardenmarkt entwickeln. Während dem digitalen Sport immer mehr Aufmerksamkeit zukommt, etablieren sich auch hierzulande und in bestimmten Regionen wie Freiburg Vereine und Ligen, die den unaufhaltsamen Trend des eSports weiter vorantreiben.

 

Benedikt Winkler

Quelle: SBB In cooperation with TevMedia

 


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